Nach einer Woche ohne Plastik werden einem besonders die Grenzen dieses Projektes ersichtlich. Man wird immer wieder vor neue Probleme gestellt und auch die Grauzonen werden sichtbarer: Es sind immer noch abgepackte Lebensmittel vorhanden, die den Selbstversuch verfälschen könnten, die man aber (z.B. aufgrund des Mindesthaltbarkeitsdatums) aufbrauchen sollte. Oder dass es keine Butter ohne Verpackung, die später in den Gelben-Sack-Müll wandert, gibt. Müssten wir deswegen jetzt zum Bauern fahren und unsere Butter selber herstellen? Oder können wir einfach mit gutem Gewissen die herkömmliche Butter kaufen und das Butterpapier noch zum Einfetten von Backformen nutzen, sodass es eine Verwendung bekommt und nicht nur ein Abfallprodukt ist? Auch Spaghetti oder Nudeln im Allgemeinen sind nicht ohne Plastikverpackung zu bekommen. Die Alternative ist Nudeln selbst herzustellen. Auf jeden Fall eine Aufgabe zum Ausprobieren. Aber wenn es ungefähr dreimal die Woche Nudeln gibt ist das doch sehr umständlich. Ein anderes Problem ist, dass mein Bruder unzufrieden mit der neuen Milch aus Glasflaschen ist. Nicht wegen der neuen Verpackung, sondern weil diese nicht homogenisiert ist, d.h. dass ein Aufrahmen der Milch möglich wird. Der Prozess der Homogenisierung soll zu gesundheitlichen Risiken besonders in Hinblick auf Allergien führen (http://www.utopia.de/blog/fair-fashion/milch-aber-bitte-nicht-homogenisiert), wenn man allerdings an eine Milch ohne Rahm gewöhnt ist, fällt es anscheinend schwer die kleinen Klümpchen zu genießen.
Aber der Selbstversuch lohnt sich auf jeden Fall, denn man beginnt ernsthaft alte Muster zu überdenken und auch mal kreativ über neue Lösungen nachzudenken.